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KUNST-BEBEN
kurz vor der ABRISSBIRNE

„Eine tolle Sache, leider sind wenig Immobilienentwickler so vorausschauend, Leerstand, Umnutzungsflächen oder Bauflächen als Kunstspielwiese freizugeben.”
Stephanie Utz, MUCA München


Alten Gebäuden durch zeitgenössische Kunstinszenierungen ein neues Leben einzuhauchen – das hat was und klingt irgendwie auch neo-nostalgisch. In einem Gelände, das der Abrissbirne geweiht war, inszenierte das Team des KUNSTLABORS auf einer Fläche von 5.000 Quadratmetern in Zusammenarbeit mit 50 nationalen sowie internationalen Künstlern ein temporäres Museum. Das Gebäude in der Landsberger Straße 350, in dem sich die früheren Tengelmannbüros sowie WHO'S PERFECT befanden, wurde vor dem Abriss komplett der Kunst überlassen. Initiator der Ausstellung war das Museum of Urban and Contemporary Art (MUCA) in München in Kooperation mit der FOM Real Estate. „Für die Gestaltung des KUNSTLABORS durch die Künstlerinnen und Künstler gab es ein Zeitfenster von drei Monaten. Je nach Größe und Aufwand der Installation oder Wand waren die einzelnen Künstlerinnen und Künstler zwischen drei Tagen und drei Wochen vor Ort,” erklärt Philipp Junk, Projektleiter des MUCA Teams KUNSTLABOR. Die Künstler, die im Sommer 2018 den vierten Stock des Gebäudes übernahmen, nutzten die „Requisiten” der früheren Büros aus Tengelmann-Zeiten wie alte Aktenordner, Schreibtische sowie Feuerlöscher, um aktuelle gesellschafts- und lokalpolitische Themen in ihren Kreationen zu inszenieren. Das KUNSTLABOR Areal inspirierte die Akteure zu unterschiedlichsten vielseitigen Themen für eine sehr abwechslungsreiche Ausstellung. Die Liste der involvierten Künstler reicht unter anderen von Philipp Junk selbst über Base23, Case, Mina Mania, Biancoshock, Herakut, Rocco & seine Brüder, L.E.T. bis hin zu Layer Cake. Die Außenfassaden wurden von Fintan Magee, Stohead und Addison Karl gestaltet.

EXPERIMENTELLE RAUM-KUNST
von Opt-Art bis Mahnmal

Künstler Matthias Mross


Wie viel Kreativität die Freiheit in der Gestaltung von Räumen auslöst, zeigen verschiedene Installationen dieses einzigartigen Kunstprojekts. Jeder Raum wurde zu einem Experiment, jeder Gegenstand zu einem Teil der Kunst. So verwandelten sich ein Feuerlöscher zu einem schwebenden raumfüllenden Kunstwerk oder alte Aktenordner zu einem Ordner-Labyrinth.


Künstler Philipp Junk


Künstler Ella & Pietr


Ein Sofa von WHO’S PERFECT diente als Hommage an die Stadt San Francisco. Und das Portrait des mit Taschenlampe und Schlüsseln bewaffneten Hausmeisters, das eine ganze Flurwand samt Tür zierte, würdigte die Arbeit des ehemaligen Hausmeisters. „Sowohl für unsere Künstlerinnen und Künstler, als auch für uns, ist es spannend die Leute mit den künstlerischen Arbeiten abzuholen und Stellung zu beziehen.”, so Junk.


Künstler Christian Rothenhagen


So individuell wie die Künstler, so divers fielen auch die Rauminterpretationen aus: Von der dreidimensional wirkenden, sym- bolcharakteristischen Realisierung, die einen Designerstuhl fast wie eine optische Täuschung vollkommen in sich verschlingt bis hin zu Räumlichkeiten, die den Betrachter in Sommerlaune versetzen. Die Künstlerin des Duos Mina Mania zum Beispiel verwandelte die tristen Büroräume in eine Beachvolleyball-Szenerie aus Venice Beach.


Künstler Mina Mania


Künstler Patrick Hartl

Der Reiz der Vergänglichkeit

 Künstler Lion Fischmann

Wie fühlt sich ein Künstler konfrontiert mit der Tatsache, dass seinem Werk die Zerstörung droht? Diese bisher einzigartige Installation hat fast schon eine doppelte Bedeutung. So wurde aus etwas, das einer bereits vergangenen Ära angehörte, etwas Neues kreiert. Und das war bereits vor seiner Entstehung schon der Vergänglichkeit geweiht. Das Einmalige, Einzigartige und Vergängliche begleitete die gesamte Installation von Beginn an. Die Aufgabenstellung an die Künstler war es, aus etwas Altem, nicht mehr Benötigtem neue zeitlich befristete Installationen zu schaffen, die Besucher zur Diskussion anregen. „Vor allem die spannende Geschichte des Hauses zusammen mit den unzähligen Objekten, die Tengelmann hinterlassen hatte, boten einen wahren Spielplatz für die ausgewählten Künstlerinnen und Künstler. Da das Gebäude im Anschluss an die Ausstellung abgerissen wurde, konnten wir den Künstlerinnen und Künstlern also maximale Freiheit in Bezug auf die Gestaltung der Räume und Wände geben,” betont Junk.

Wie fühlt sich diese bewusste Konfrontation mit dem Vergänglichen eigentlich an?

Ist Vergänglichkeit Tragik oder Motivation? Oder beides? Was geht? Was bleibt?


Wir haben die Künstlerin, die sich hinter Mina Mania verbirgt gefragt: „Die Zerstörung der Kunstwerke war von Anfang an Teil des Ausstellungskonzeptes. Alle Künstler wussten, dass am Ende mit dem Gebäude auch ihre Werke verschwinden würden. Für mich hat sich diese Vorstellung sehr natürlich angefühlt. Als Graffitisprüherin bin ich daran gewöhnt, meine Arbeit gut zu dokumentieren, da von vielen Werken schließlich nur ein Foto bleibt. Für immer und ewig ist eine romantische Vorstellung in den Köpfen der Menschen. Ob es sich dabei um Kunst handelt, um die Liebe oder um das Leben ist ganz egal. Die Anerkennung der Vergänglichkeit bedeutet Desillusion, aber auch den Gewinn anderer Ansichten und neuer Freiheit. Geht man davon aus, dass nichts für die Ewigkeit gemacht ist und sich alles im ständigen Wandel befindet, hat das Auswirkungen auf das Sein und das Schaffen. Das Hier und Jetzt rückt in den Vordergrund, verlangt Wertschätzung und Achtsamkeit. Der Prozess hat denselben Stellenwert wie das Endprodukt. Erinnerungen sind kostbar und verbinden.”

TOP SECRET!

Wer sich jedoch hinter Mina Mania verbirgt, bleibt geheim. Da die Contemporary-Art-Künstlerin hin und wieder auch Mauern oder Flächen nutzt, die nicht immer legal zur Verfügung gestellt werden wie im KUNSTLABOR, bevorzugt diese, unter ihrem Pseudonym anonym zu bleiben.



Ganz anders sieht es bei dem Künstlerduo Layer Cake aus – sie zeigen sich öffentlich und der Name ist hier Programm. Christian Hundertmark und Patrick Hartl haben ihre Begeisterung für Kunst in den frühen 90ern entdeckt, als sie sich im S-Bahn Depot trafen, um Züge zu bemalen. 2015 entschieden sie sich für eine gemeinsame Sache und aus einem Projekt wurde auch ihr Künstlername inspiriert: „Layer Cake". Dieses Prinzip haben die beiden auf den Kopf gestellt. Ohne jegliche Diskussion übermalen sie Teile der Arbeit des jeweils anderen, lassen dabei Stellen aus und kreieren so Schicht über Schicht Bilder mit einer großen Tiefe.


Künstler Christian Hundertmark und Patrick Hartl


Künstler Layer Cake


"Wir haben unsere Wurzeln im Graffiti und sind es daher gewohnt, dass unsere Arbeiten nur für eine bestimmte Zeit existieren. Vergänglichkeit ist für uns über die Jahre zur Gewohnheit geworden. Für uns macht gerade die Vergänglichkeit der Arbeiten ihren Reiz aus. Die Zerstörung der Arbeiten ist also Teil des Prozesses.”


„Da der Abriss von Anfang an Teil des Konzepts war, fällt der Abschied etwas leichter. Gerade der temporäre Charakter der Ausstellung hat dem Projekt auch seinen Charme verliehen. Dennoch fällt es uns natürlich schwer zu sehen, wie schnell die monatelange Arbeit wieder verschwunden sein kann.” Philipp Junk, KUNSTLABOR München. „Da der Abriss von Anfang an Teil des Konzepts war, fällt der Abschied etwas leichter. Gerade der temporäre Charakter der Ausstellung hat dem Projekt auch seinen Charme verliehen. Dennoch fällt es uns natürlich schwer zu sehen, wie schnell die monatelange Arbeit wieder verschwunden sein kann.”

Philipp Junk, KUNSTLABOR München.


Was bleibt?

Wie schwer ist das Loslassen der gerade in mühevoller Arbeit entstandenen Kreationen für die Künstler des KUNSTLABORS? Wir haben uns gefragt, ob die Künstler nicht doch an dem ein oder anderen Werk sehr hängen und etwas aus der Ausstellung mitnehmen.


Künstler Peintre X


„Venice Beach” und „Spray in liberty”, meine beiden Rauminstallationen im KUNSTLABOR bestehen aus verschiedenen Ebenen. Unter anderem habe ich zweidimensionale Holzfiguren ausgesägt und bemalt. Diese Figuren nehme ich tatsächlich mit, alles andere wird zerstört. Jedes Kunstwerk, das geschaffen wird, ist Teil des Künstlers und die Geschichte des Künstlers ist Teil des Kunstwerkes. Ich fühle mich sehr verbunden mit meinen Werken, kann sie aber gut loslassen. Am liebsten weiß ich sie natürlich in guten Händen,” erklärt Mina Mania.

„Natürlich sind wir sehr mit unseren Werken verbunden, aber die Arbeit ist auch immer in ihrem jeweiligen Kontext zu sehen. Da die Kunstwerke explizit für die Räumlichkeiten entstanden sind, würde ein herausgenommener Teil auf uns eher deplatziert wirken,” so Layer Cake.

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