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MANUFAKTUREN
MADE IN GERMANY

Alles „Made in China”? Vieles ja, dennoch haben sich in Deutschland Zentren für traditionelles Handwerk erhalten, die seit vielen Jahrhunderten bestehen. Sie produzieren nicht mehr in Massen wie einst und beschäftigen nur einen Bruchteil der Mitarbeiter im Vergleich zu früher, viele mussten sich im Laufe der Geschichte neu ausrichten oder gar ganz neu erfinden. Aber begibt man sich in Deutschland auf die Suche, findet man sie noch – die Zentren, in denen Jahrhunderte altes Handwerk auch heute noch lebendig gehalten und gelehrt wird.


PORZELLAN
Wie das „weiße Gold” nach Europa kam

Porzellan fasziniert: Seine strahlend weiße Farbe, das lichtdurchlässige, glänzende Material und seine Beständigkeit machten es schon im Mittelalter zu einem begehrten Luxusgut in Europa.


In Form gebracht: Dreher bei der Arbeit


Bereits im 13. Jahrhundert brachte Marco Polo die ersten Porzellan-Schalen und Schüsseln aus China nach Europa. Die Herstellung blieb jedoch ein Geheimnis. Im 18. Jahrhundert versuchten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und der Apothekergehilfe Johann Friedrich Böttger im Auftrag „Augusts des Starken” das Rätsel der Porzellanherstellung zu entschlüsseln. 1708 gelang es ihnen schließlich, das erste europäische Hartporzellan – auch „weißes Gold” genannt – in der Jungfernbastei der Festung Dresden selbst herzustellen. 1710 wurde die erste Porzellanmanufaktur in Meißen gegründet. Der Porzellan-Boom war entfacht. In der Folge entwickelten sich weitere bekannte deutsche Porzellan-Manufakturen wie Nymphenburger Porzellan (1747), Fürstenberg (1747), Frankenthal (1755), später Rosenthal (1879) und Seltmann (1910) sowie viele weitere.


Detailarbeit: beim Bossieren einer Figur


Der Name Porzellan leitet sich vom Italienischen „porcellana” ab, der Bezeichnung für das Gehäuse einer Meeresschnecke, denn man glaubte in Europa früher, dass Porzellan aus dem Gehäuse dieser Schnecke hergestellt werde. Tatsächlich ist der Grundbestandteil des Porzellans – wie wir es heute kennen – das weiße Gestein Kaolin. Der Name geht zurück auf die chinesische Stadt Gaoling, wo der Rohstoff erstmals abgebaut wurde.  Weitere Bestandteile sind Quarz und Feldspat. Durch Mischung der Materialien entsteht die Rohmasse, die anschließend in Form gebracht wird, dies geschieht entweder durch Drehen auf einer Drehscheibe, durch das Eingießen in eine Gußform oder durch Pressen – je nachdem, was das Endprodukt werden soll – eine Vase, eine Figur oder ein Teller. Anschließend wird die Masse getrocknet, bevor sie bei circa 1.000 Grad gebrannt und anschließend glasiert wird.

Auch heute noch bestehen viele der bekannten Manufakturen, die Porzellan nach den traditionellen Verfahren in aufwändiger Handarbeit herstellen.
 




Porzellan aus Meißen
Das berühmte Zwiebelmuster und die Magie der Farben




Die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen ist nicht nur die älteste Porzellanmanufaktur Europas und damit weltweit bekannt, sie besitzt durch ihre eigene Designsprache und durch das Logo mit den zwei gekreuzten Kurschwertern einen hohen Wiedererkennungswert. Bekannt ist das Meissener Porzellan für seine farbenprächtigen Designs und das typische „Zwiebelmuster” – das eigentlich gar keine Zwiebel darstellt: Das mit Unterglasurfarbe auf Porzellan gemalte Muster stellt Früchte wie Melonen, Pfirsiche sowie Bambus und einen Chrysanthemenstrauch in der Mitte dar. Vorbild für das Dekor war das blau-weiße Porzellan, das aus dem ostasiatischen Raum importiert wurde. Um zu diesem typischen „Royalblau” zu kommen, forschte die Meissener Porzellan-Manufaktur lange, bis sie in der Verbindung von Kobalt und Sauerstoff die richtige Mischung fand. Überhaupt spielt Farbe eine wichtige Rolle für die Erzeugnisse aus Meißen: seit 1720 besitzt die Manufaktur ein eigenes Farblabor, in dem mit Farben experimentiert und geforscht wird. Die Rezepturen und Mischverhältnisse der Farben sind ein Geheimnis, das nur wenige Mitarbeiter kennen.


Beim Glasieren eines Tellers



Mit feinem Pinselstrich: Unterglasurmalerei



 Staffagemalerei


Wussten Sie schon?! Viele der alten Modellformen der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen sind auch heute noch erhalten, sodass sich traditionelle Porzellanprodukte der Firma gemäß ihrer ursprünglichen – teils jahrhundertealten – Form herstellen lassen.
 



Fürstenberg
Eine Reise durch die Zeit



Der Schalter, ganz dezent und leicht zu bedienen
 

          Wand- und Pendelleuchte

  Die Marke Fürstenberg wurde 1747 auf Veranlassung von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel auf Schloss Fürstenberg in Südniedersachsen gegründet und ist damit die zweitälteste Manufaktur Deutschlands. Seitdem wird durchgehend bis heute produziert. Der Prozess der Porzellanherstellung besteht aus vielen einzelnen Arbeitsschritten, an denen eine Reihe an Kunsthandwerken beteiligt ist. Eine Tasse, beispielsweise, geht in seiner Herstellung durch 100 Hände und eine Teekanne kann aus 8 bis 12 Einzelteilen bestehen. Das Zusammenfügen von filigranen, zerbrechlichen Teilen erfordert präzises Arbeiten und passgenaue Formen. Es fällt auf, dass in den Entwürfen der Firma auch immer der jeweilige Zeitgeist erkennbar ist. Von Geschirr im Rokokostil im 18. Jahrhundert, über romantische Formen im 19. Jahrhundert bis zu sachlichen Formen im „Bauhaus-Stil” in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, kann man den Geschmack und die Trends der spezifischen Zeit in den Porzellanstücken entdecken.


Tafelservice Fluen


Designer Alfredo Häberlin


Kreative Köpfe:


Designduo Eva Marguerre und Marcel Besau


 Der Beistelltisch „Plisago”

Porzellan zwischen  Tradition und Moderne

Die bekannten Manufakturen produzieren zwar nach wie vor Porzellan-Erzeugnisse nach traditionellen Mustern, Formen und Farben, aber die Zeit ist hier – wie in anderen Branchen auch – nicht stehengeblieben. Davon zeugt die Zusammenarbeit mit renommierten zeitgenössischen Designern. Die Porzellanmanufaktur Fürstenberg aus Niedersachsen arbeitete mit dem Designduo Eva Marguerre und Marcel Besau zusammen, die im Auftrag des Unternehmens den komplett aus Porzellan gefertigten Beistelltisch „Plisago” entwarfen, ein Designerstück in Plissee-Optik, das Porzellan in modernes Interior transportiert.


 Detailarbeit, die sich auszeichnet

Ein weiteres gelungenes Beispiel für die Neuinterpretation von Porzellan liefert der renommierte Produktdesigner Sebastian Herkner, der für seine Möbel-kreationen unter anderem zum „MAISON & OBJET Designer des Jahres 2019” gekürt wurde. Er entwickelte für Fürstenberg die Leuchtenserie Moira, deren Lampenschirme aus unglasiertem Porzellan gefertigt sind. Er nutzte dabei die natürliche Eigenschaft des Porzellans: Mit der durchscheinenden Beschaffenheit des Materials wird ein warmes Licht erzeugt.


 Das fertige Designobjekt in voller Pracht

Manufaktur-Produkte bleiben auf diese Weise lebendig und übertragen traditionelles Handwerk in die Gegenwart, wo es auch heute noch seinen Platz findet und immer wieder neu interpretiert wird.


 Der Beistelltisch „Plisago” in der Werkstatt



GLASMANUFAKTUR / GLASBLÄSEREI



Ob in Form von Trinkgläsern, Vasen, Schmuck oder nicht zuletzt als Fensterglas – Glas begegnet uns täglich in vielfältiger Form. Der amorphe Feststoff Glas, der durch das Verbrennen von Quarzsand entsteht, ist einer der ältesten Werkstoffe: Schon vor ca. 7.000 Jahren verarbeiten Menschen Glas. Man vermutet, dass Glas zufällig bei der Herstellung von Töpferwaren entdeckt wurde. Die ersten Funde waren Glasperlen aus Ägypten, die auf 3.500 v. Chr. datiert werden. Revolutioniert wurde die Glasherstellung durch die Erfindung der Glasmacherpfeife 200 v. Chr. die auch heute noch in Herstellung von mundgeblasenem Glas verwendet wird. Die Hauptbestandteile von Glas sind Kalk, Quarzsand und Soda – je nach der Art des Glases kommen weitere Bestandteile hinzu. Bei circa 1.450 Grad wird die Mischung dieser Rohstoffe geschmolzen.

 

Das Glas wird in mehreren Schritten, durch Hitze in Form gebracht



Das Zentrum für Glasverarbeitung: 
Der Bayerische Wald


In Deutschland ist das Glasmacher-Handwerk bereits seit 700 Jahren in Ost-Bayern ansässig. Grund dafür ist das hohe Holzvorkommen in der Region, das für das Anheizen der Schmelzöfen bei der Glasherstellung benötigt wird. Seit 2015 gehört die Fertigung von mundgeblasenen Hohl- und Flachgläsern zum immateriellen Kulturerbe in Deutschland. Damit soll das traditionelle Handwerk bewahrt werden und bestehendes Wissen weitergegeben werden. Trotz der maschinellen Produktion existieren in Deutschland immer noch mehr als 500 Träger dieses Wissens, die in traditionellen Glasbetrieben tätig sind, die sich zum Teil über viele Generationen erhalten haben.


Installation der Künstler Barbara Rainer und Harry Zengeler
auf der Gartenschau 2007 in Waldkirchen, Deutschland


Handarbeit in Familientradition

Die älteste Glashütte Deutschlands liegt in Frauenau (Niederbayern), die 1568 gegründet wurde. Hier werden mittlerweile in der 15. Generation Glasobjekte komplett in Handarbeit hergestellt. Die Glasmanufaktur ist bekannt für die Ausführung von Sonderanfertigung. Dies ist möglich durch die flexible Struktur der Manufaktur, denn sie zählt nur 25 Mitarbeiter.

Aufgrund der maschinellen Massenproduktion haben Manufakturen nicht immer einen leichten Stand. Ein Beispiel dafür, wie nach einem Abstieg aber auch der Wiedereinstieg glücken kann, zeigt die Kristallmanufaktur Theresienthal. Das Traditions-unternehmen, das 1836 gegründet wurde und König Ludwig II sowie das Russische Zarenhaus zu seinen Kunden zählte, war bereits zweimal insolvent. Mit Hilfe einer Stiftung und Unterstützern wurde die Manufaktur 2004 wiedereröffnet. 


Qualitätscheck nach dem Abkühlen der Tafel

Mundgeblasenes Fensterglas

Mundgeblasenes Fensterglas wird heute verständlicherweise maschinell gefertigt. In der Glashütte Lamberts in Waldsassen wird jedoch tatsächlich noch Fensterglas mundgeblasen hergestellt. Das Unternehmen ist damit die einzige Manufaktur in Deutschland, die in diesem Bereich noch mundgeblasenes Fensterglas produziert. Die geschmolzene Masse wird zunächst gefärbt, anschließend zu einem Ballon geblasen. Daraus ergeben sich Zylinder, die wieder erwärmt und zu Platten geformt werden. Mundgeblasenes Flachglas kommt in der Glaskunst oder im Denkmalschutz zum Einsatz, wie beispielsweise die Glasfenster der Dresdner Frauenkirche.


„Bridge the World” (Shenzhen Metro Airport   Station, China)
Künstler: Wendi Xie & Elizar Milev


Wie die Manufakturen beweisen, wird auf der als „Ostbayerische Glasstraße” bekannten Region das Erbe der Glasbläser auch heute noch hochgehalten. Wer auf Entdeckungstour gehen möchte, dem stehen neben dem Besuch in Glashütten auch Glasmuseen und -galerien zur Besichtigung offen und man kann sich sogar selbst als Glasbläser versuchen. 

Aufgrund unseres großen Sortiments und der nahezu endlosen Variantenvielfalt haben wir nur ein sehr begrenztes Sortiment auf Lager. Die meisten Produkte werden nach der Bestellung ganz nach Ihren Wünschen gefertigt. Diese individuelle Anfertigung hat eine etwas längere Lieferzeit zur Folge. Dafür erhalten Sie neue, nach Ihren Wünschen gefertigte Designermöbel.